LPS-Korallen sind für viele Aquarianer der nächste Schritt nach den ersten Weichkorallen. Ihre großen, fleischigen Polypen sind auffällig, viele Arten lassen sich gezielt füttern, und die Ansprüche an Licht und Strömung sind meist moderater als bei SPS-Korallen. Doch nicht jede LPS ist automatisch anfängertauglich. In diesem Ratgeber stellen wir sieben LPS-Gruppen vor, die sich für den Einstieg eignen, und sagen Ihnen ehrlich, wo die Stolpersteine liegen.
Was macht eine LPS anfängertauglich?
LPS steht für „Large Polyp Stony Corals“, also großpolypige Steinkorallen. Für Einsteiger eignen sich vor allem Arten, die folgende Eigenschaften mitbringen:
- Sie kommen mit mittlerem Licht und mittlerer Strömung zurecht.
- Sie verzeihen kleinere Schwankungen der Wasserwerte.
- Sie nehmen Futter gut an und lassen sich so zusätzlich versorgen.
- Sie zeigen früh, wenn etwas nicht stimmt, etwa durch eingezogene Polypen.
Eine Grundvoraussetzung bleibt aber für alle LPS: ein eingefahrenes Becken mit stabiler KH, Calcium- und Magnesiumversorgung.
1. Duncan-Koralle (Duncanopsammia axifuga)
Schwierigkeitsgrad: einfach
Die Duncan gilt als eine der robustesten LPS überhaupt. Ihre langen Polypen mit kurzen Tentakeln sitzen auf röhrenförmigen Skeletten, und die Kolonie bildet bei guter Pflege regelmäßig neue Köpfe. Sie verträgt mittleres Licht und mäßige Strömung und frisst gern kleine Futterstücke. Duncans und weitere robuste Arten finden Sie unter Weitere LPS Korallen.
2. Favia und Chalice
Schwierigkeitsgrad: einfach (Favia) bis mittel (Chalice)
Favia-Korallen (heute meist als Dipsastraea geführt) sind kompakte, robuste Krustenkorallen, die mit unterschiedlichen Bedingungen gut zurechtkommen. Beachten Sie aber, dass sie nachts lange Sweeper-Tentakel ausbilden und Nachbarn vernesseln können.
Chalice-Korallen, etwa aus den Gattungen Echinophyllia oder Mycedium, sind wegen ihrer Farben beliebt. Sie wachsen langsam, bevorzugen gedämpftes Licht und reagieren empfindlicher auf schnelle Änderungen. Für Einsteiger mit stabilem Becken sind sie dennoch eine gute Wahl. Beide Gruppen finden Sie ebenfalls unter Weitere LPS Korallen.
3. Acanthastrea
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel
Acanthastrea, im Hobby oft „Acans“ genannt, sind Krustenkorallen mit fleischigen Polypen und teils sehr kontrastreichen Farben. Sie kommen mit wenig bis mittlerem Licht aus und eignen sich gut für den unteren Beckenbereich. Regelmäßige Fütterung mit feinem Futter fördert das Wachstum sichtbar. Auch Acanthastrea bilden nachts Nesseltentakel. Halten Sie daher etwas Abstand. Eine Auswahl finden Sie in der Kategorie Acanthastrea.
4. Euphyllia: Torch, Hammer und Frogspawn
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel
Euphyllien gehören zu den beliebtesten LPS. Sie wachsen bei passenden Bedingungen gut und bringen mit ihren schwingenden Polypen viel Bewegung ins Becken. Ehrlicherweise sind sie aber nicht die unkompliziertesten Einsteigerkorallen: Sie reagieren empfindlich auf KH-Schwankungen und zu starke Strömung und benötigen wegen ihrer Nesseltentakel viel Platz. Mit stabilen Werten sind sie dennoch gut haltbar. Mehr dazu finden Sie in der Kategorie Euphyllia.
5. Lobophyllia und Symphyllia
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel
Lobophyllia sind fleischige Korallen mit großen, oft mehrfarbigen Polypen. Sie sind recht widerstandsfähig, kommen mit mittlerem Licht zurecht und nehmen Futter gern an. Am wohlsten fühlen sie sich im unteren Beckenbereich bei mäßiger Strömung. Da sie im Laufe der Zeit stattliche Größen erreichen können, sollten Sie ausreichend Platz einplanen. Passende Stücke finden Sie unter Lobophyllia/Symphyllia.
6. Cynarina und Scolymia
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel (Cynarina), mittel (Scolymia)
Diese großen Einzelpolypen gehören zu den Hinguckern im LPS-Becken. Cynarina gilt als relativ unkompliziert, wenn sie auf dem Boden oder im unteren Bereich mit wenig Licht und schwacher Strömung sitzt. Scolymia sind etwas anspruchsvoller: Sie reagieren empfindlicher auf zu viel Licht und auf Belästigung durch Fische oder Garnelen. Beide profitieren von gezielter Fütterung. Schauen Sie sich in der Kategorie Acantho/Cynarina/Scolymia um.
7. Trachyphyllia
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittel
Die Trachyphyllia, auch Hirnkoralle genannt, lebt in der Natur auf weichem Untergrund. Im Aquarium sollte sie daher auf dem Sandboden stehen, nicht im Riffaufbau. Sie verträgt mittleres Licht und schwache bis mäßige Strömung und bläht sich tagsüber deutlich auf. Gelegentliche Fütterung wird gern angenommen. Achten Sie darauf, dass das Gewebe nicht an Steinen oder Kanten verletzt wird. Weitere großpolypige Steinkorallen finden Sie unter LPS Korallen.
Allgemeine Tipps für LPS-Einsteiger
Stabilität vor Perfektion
Für LPS sind gleichbleibende Werte wichtiger als exakt getroffene Zielwerte. Gängige Richtwerte sind eine KH von 7 bis 9 dKH, Calcium von 400 bis 450 mg/l und Magnesium von 1.250 bis 1.400 mg/l. Nitrat und Phosphat sollten messbar sein, aber niedrig bleiben.
Nicht zu viel Licht
Die meisten LPS fühlen sich bei mittlerem Licht wohl. Setzen Sie neue Korallen zunächst tiefer und gewöhnen Sie sie schrittweise an hellere Standorte.
Abstand und Platz
Viele LPS bilden Nesseltentakel. Planen Sie zwischen den Korallen ausreichend Abstand ein und denken Sie daran, dass sich die Polypen im geöffneten Zustand deutlich ausdehnen.
Füttern mit Maß
Ein- bis zweimal pro Woche kleine Mengen genügen meist. Überschüssiges Futter belastet die Wasserqualität.
Fazit
Die besten Einsteiger-LPS sind robust, futterfreudig und kommen mit moderatem Licht zurecht. Duncan, Favia, Acanthastrea und Lobophyllia verzeihen am meisten, Euphyllia, Chalice und Scolymia belohnen dagegen besonders stabile Bedingungen. Wählen Sie Ihre ersten LPS passend zu Ihrem Becken aus, dann haben Sie lange Freude an diesen Korallen.