Premium Reefing Ratgeber
Klare Farben, seltene Importe und die echte Acropora tenuis: Was Acroporen aus Fidschi ausmacht, welche Arten in unserer neuen Lieferung stecken und wie sie bei Dir gut wachsen.
Kurz gesagt: Fiji Acropora sind Acroporen von den Riffen rund um Fidschi im Südpazifik. Nach Europa kommen sie nur selten, und unter SPS-Haltern haben sie einen Ruf für klare, kräftige Farben: Neongrün, Pastellrosa, Lachs, Gelb und Hellblau, oft mit andersfarbigen Polypen oder Spitzen. Mit unserer neuen Lieferung sind über 70 Kolonien aus Fidschi bei uns eingezogen, die nach und nach online kommen, jede ein WYSIWYG-Einzelstück. Hier schreiben wir auf, was diese Korallen ausmacht, welche Arten dabei sind und wie sie bei Dir gut wachsen.
Stand: Oktober 2026. Die Pflegewerte sind unsere Richtwerte aus der eigenen Haltung.

Alle Korallen aus dieser Lieferung findest Du in unserer Kollektion Acropora.
Was macht Acropora aus Fidschi besonders?
Fidschi besteht aus über 300 Inseln mitten im Südpazifik. Die Riffe dort liegen weit entfernt von großen Industriegebieten, das Wasser ist klar und nährstoffarm, und an den Außenriffen sorgen Brandung und Gezeiten für ständige Bewegung. Genau unter solchen Bedingungen fühlen sich Acroporen am wohlsten.
Für uns sind es vor allem drei Dinge, die Fiji Acropora interessant machen:
- Die Farben. Viele Kolonien zeigen schon bei Tageslicht kräftige Grün-, Rosa- und Lachstöne. Typisch sind Kontraste zwischen Grundfarbe und Polypen, zum Beispiel Lachs mit neongrünen Polypen oder Gelbgrün mit orange-roten Polypen.
- Die Seltenheit. Korallen aus Fidschi werden nur in begrenzten Mengen und mit CITES-Papieren exportiert. Größere Lieferungen nach Deutschland sind deshalb die Ausnahme.
- Die Herkunft der Tenuis. Die echte Acropora tenuis lebt nach heutigem Wissensstand nur im Südpazifik. Dazu gleich mehr.
Die echte Acropora tenuis stammt aus dem Südpazifik
Lange wurde fast jede buschige Acropora mit röhrenförmigen, ausgestellten Koralliten als Acropora tenuis verkauft, egal ob sie aus Indonesien, Australien oder Fidschi kam. Eine genetische Untersuchung von Tom Bridge und Kollegen hat dieses Bild 2023 gründlich verändert (Zoological Journal of the Linnean Society).
Das Ergebnis: Hinter dem Namen steckt ein ganzer Komplex eng verwandter Arten, die jeweils deutlich kleinere Verbreitungsgebiete haben als gedacht. Acropora tenuis im engeren Sinn ist demnach auf den Südpazifik rund um Fidschi und Tonga beschränkt. Mehrere Formen aus anderen Regionen gelten wieder als eigene Arten, die indonesische „Tenuis“ etwa wird heute als Acropora bifaria geführt. Zwei Arten wurden in der Studie sogar neu beschrieben.
Für Dich als Aquarianer heißt das: Eine Tenuis aus Fidschi ist die Art, auf die der Name tatsächlich zurückgeht. Im Handel wird sich die neue Einteilung noch eine Weile ziehen, aber wer Wert auf saubere Herkunftsangaben legt, weiß bei unseren Tieren genau, woher sie kommen.
Diese Arten sind in unserer Lieferung
Insgesamt sind es über 70 Kolonien, die wir nach und nach online stellen. Die Art bestimmen wir anhand von Wuchsform, Hauptkorallit und Form der Radialkoralliten und gleichen sie mit der Fachliteratur ab, vor allem mit dem Standardwerk Corals of the World. Jede Bestimmung prüft zusätzlich unser Team am lebenden Tier. Wo wir uns bei einer Kolonie nicht auf eine Art festlegen wollen, nennen wir nur den Handelsnamen. Diese Arten sind bisher dabei:
Acropora tenuis
Ordentliche, buschige Polster aus zierlichen, gleichmäßig verteilten Ästchen. Das Erkennungsmerkmal sind die Radialkoralliten: Sie bilden an den Astspitzen eine Rosette und haben leicht nach außen gebogene Lippen, die oft farbig abgesetzt sind. Die Tenuis gilt als eine der robusteren Acroporen und ist für viele der erste Schritt in die SPS-Haltung. In dieser Lieferung reicht die Spanne von Hellgrün mit weiß-rosa Spitzen über Creme-Rosa bis zu Grün mit rosa Koralliten.

Beispiel: Fiji Acropora Tenuis in Grün mit rosa Koralliten
Acropora humilis
Fingerförmig wachsend, mit dicken Ästen, die zu großen, kuppelförmigen Hauptkoralliten an der Spitze zulaufen. Die Radialkoralliten gibt es in zwei Größen, die größeren sitzen meist in Reihen und sind dickwandig. Die Humilis ist robust und mag es, wenn ordentlich Wasser an ihr vorbeiströmt. Bei uns ist sie in Zartrosa, Pfirsich, Rosa-Beige und leuchtendem Gelbgrün dabei.

Beispiel: Fiji Acropora Humilis in Zartrosa
Acropora florida
Kräftige Äste, die dicht mit kurzen, stummeligen Seitenästchen besetzt sind, dazu ein kleiner Hauptkorallit und Radialkoralliten, die eingesenkt oder gleichmäßig röhrenförmig sind. Dadurch wirkt die Oberfläche fast knubbelig. Im Riff ist die Florida meist braun, nur gelegentlich leuchtend grün. Umso schöner, dass unsere aus Fidschi genau zu dieser grünen Variante gehören: intensiv gelbgrün bis neongrün, mit orange-roten oder rosa Polypen.

Beispiel: Fiji Acropora Florida in Gelbgrün mit orange-roten Polypen
Acropora valida
Kaum eine Acropora ist so wandelbar: Die Wuchsform reicht vom kompakten Busch bis zum kleinen Tisch. Die Radialkoralliten sind unterschiedlich groß, liegen eng am Ast an und wirken leicht geschwollen, mit kleinen Öffnungen. Die Valida gilt als anpassungsfähig und wächst meist zuverlässig. Unsere Tiere aus Fidschi zeigen Lachs, Orange und Rosa, fast immer mit neongrünen Polypen. Unter Blaulicht ist dieser Kontrast ein echter Hingucker.

Beispiel: Fiji Acropora Valida in Lachsrosa
Ultra und Shortcake
Einige Kolonien führen wir unter ihrem Handelsnamen. „Ultra“ steht im Handel für besonders intensiv gefärbte Acroporen, „Shortcake“ für eine bestimmte zarte Farbform. Bei diesen Tieren legen wir uns bewusst nicht auf eine Art fest. Was zählt, siehst Du auf dem Foto: zum Beispiel weiße Spitzen mit dunkelroten Koralliten oder leuchtendes Neongrün.

Beispiel: Fiji Acropora Ultra mit dunkelroten Koralliten
Warum wir bei Tageslicht fotografieren
Viele Acroporen sehen unter starkem Blaulicht spektakulär aus und im eigenen Becken dann ganz anders. Wir fotografieren unsere Fiji Acropora deshalb bei Tageslicht mit Weißabgleich. So siehst Du die Grundfarbe, wie sie wirklich ist. Unter Deiner Beleuchtung mit Blauanteil kommt die Fluoreszenz der Polypen dann noch obendrauf.
Alle Tiere sind WYSIWYG: Du bekommst genau die Kolonie, die auf dem Foto zu sehen ist. Ist ein Stück verkauft, ist es weg. Die aktuell verfügbaren Korallen findest Du immer in unserer Kollektion Acropora.
So gedeihen Fiji Acropora bei Dir
Acroporen aus Fidschi brauchen nichts grundsätzlich anderes als andere Acroporen. Entscheidend ist ein eingefahrenes Becken mit stabilen Werten. Diese Richtwerte haben sich bei uns bewährt:
| Parameter | Richtwert |
|---|---|
| Temperatur | 24–26 °C |
| Salinität | 34–35 ‰ (Dichte 1,025–1,026) |
| KH | 7–8,5 dKH, möglichst konstant |
| Calcium | 400–450 mg/l |
| Magnesium | 1.300–1.400 mg/l |
| Nitrat | 2–10 mg/l |
| Phosphat | 0,02–0,08 mg/l |
| Licht | mittel bis hoch, langsam steigern |
| Strömung | mittel bis stark, wechselnd |
Stabilität vor Perfektion. Acroporen verzeihen einen etwas zu niedrigen Wert eher als ständige Schwankungen. Vor allem die KH sollte sich von Tag zu Tag kaum bewegen. Wer regelmäßig von Hand misst, ist mit dem Red Sea Reef Foundation Pro Test Kit für Calcium, KH und Magnesium gut aufgestellt. Automatisch geht das mit dem Focustronic Alkatronic, der die KH mehrmals täglich misst und nachregelt.
Nährstoffe nicht auf null fahren. Ganz ohne Nitrat und Phosphat verlieren Acroporen oft Farbe und Gewebe. Ein bisschen messbar sollte immer da sein.
Versorgung. Acroporen verbrauchen ständig Calcium, Karbonat und Magnesium. In unseren eigenen Anlagen dosieren wir dafür Oceamo DUO KH und DUO Calcium im Verhältnis 1:1, dazu Oceamo Regulator A mit anorganischen Spurenelementen und Regulator O mit Aminosäuren und Iod. Alle vier Flaschen gibt es zusammen als Oceamo Versorgungssystem.
Licht. Setze neue Korallen zuerst etwas tiefer oder schattiger und hol sie über ein bis zwei Wochen nach oben. Wer seine Lampe dimmen kann, startet mit reduzierter Intensität.
Worauf Du beim Kauf achten solltest
- WYSIWYG statt Symbolbild. Gerade bei Acropora schwanken Farbe und Form von Kolonie zu Kolonie stark. Kauf nur, was Du vorher wirklich gesehen hast.
- Ehrliche Fotos. Ein Tageslichtfoto zeigt Dir, was Du bekommst. Ein reines Blaulichtfoto zeigt Dir, was die Kamera daraus macht.
- Legale Herkunft. Alle Acroporen sind im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet. Ein Import aus Fidschi geht nur mit den passenden Papieren.
- Quarantäne. Frisch importierte Acroporen brauchen Zeit, um sich zu erholen. Wie alle unsere Tiere kommen auch die Fiji Acropora erst nach der Eingewöhnung bei uns in den Verkauf.
Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber Korallen kaufen: Worauf Sie beim Online-Kauf achten sollten.
Häufige Fragen zu Fiji Acropora
Was ist eine Fiji Acropora?
Eine Acropora, die von den Riffen rund um Fidschi im Südpazifik stammt. Der Name sagt etwas über die Herkunft, nicht über die Art. Unter den Fiji Acropora gibt es also Tenuis, Valida, Humilis, Florida und viele andere Arten.
Sind Fiji Acropora schwerer zu halten als andere Acroporen?
Nein. Sie brauchen dasselbe wie jede Acropora: ein eingefahrenes Becken, stabile Werte, kräftiges Licht und gute Strömung.
Welche Fiji Acropora eignet sich für den Einstieg in SPS?
Am ehesten Acropora tenuis oder valida. Beide gelten als vergleichsweise robust und anpassungsfähig und verzeihen kleine Fehler eher als filigrane Arten.
Warum sind Acroporen aus Fidschi so selten?
Fidschi exportiert Korallen nur in begrenzten Mengen und mit CITES-Papieren. Dazu kommt der lange Transportweg aus dem Südpazifik. Größere Lieferungen nach Deutschland gibt es deshalb nur ab und zu.
Kommt die echte Acropora tenuis nur aus Fidschi?
Nach einer Studie von 2023 ist Acropora tenuis im engeren Sinn auf den Südpazifik um Fidschi und Tonga beschränkt. Ähnlich aussehende Tiere aus anderen Regionen werden inzwischen anderen Arten zugeordnet, die indonesischen zum Beispiel Acropora bifaria.
Behalten die Korallen ihre Farbe?
Das hängt vor allem von Deinem Becken ab: Licht, Nährstoffe und stabile Werte. Rechne damit, dass sich eine Acropora nach dem Umzug erst einmal umstellt und ein paar Wochen etwas blasser wirkt. Mit passenden Bedingungen kommt die Farbe meist wieder.
Was bedeutet WYSIWYG?
„What you see is what you get“: Du bekommst genau die Koralle, die auf dem Foto zu sehen ist.
Lust auf ein Stück Fidschi im eigenen Becken? Alle bereits verfügbaren Korallen aus dieser Lieferung findest Du in unserer Kollektion Acropora. Wenn Du unsicher bist, welche zu Deinem Becken passt, schreib uns einfach.
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